Frontinus-Gesellschaft e.V.

Antoninisches Nymphaeum, Sagalassos, Türkei

Einweihung eines Teilstücks der römischen Eifel-Wasserleitung am 08.09.2020 vor dem Hygiene-Institut des Universitätsklinikums Bonn

11.09.2020

Dieses Teilstück der römischen Eifel-Wasserleitung ist eines von 26 Teilen eines Abschnitts der Römischen Eifelwasserleitung, die zu einem der bedeutendsten antiken Bauwerke in Deutschland zu zählen ist. In Vorbereitung einer großen Straßenbaumaßnahme wurde in Hürth-Hermülheim bei Köln ein Abschnitt dieser berühmten römischen Wasserleitung freigelegt. Die neue Straße schneidet den Römerkanal in ihrer ganzen Breite. Hätte man nichts unternommen, wäre dieser Abschnitt der Eifelwasserleitung für immer verloren gewesen. Es ist dem Engagement und der Beharrlichkeit von Prof. Dr. Klaus Grewe, Mitglied des Vorstands und des Wissenschaftlichen Beirats der Frontinus-Gesellschaft, zu verdanken, dass dieser Leitungsabschnitt geborgen wurde. Ein Großteil des geborgenen Leitungsabschnitts wurde in 26 Teilstücke von jeweils etwa 1,5 Metern Länge aufgeteilt. Diese Teilstücke wurden mit Unterstützung der STRABAG und der Handwerkskammer zu Köln sowie vom Berufsförderungswerk der Bauindustrie NRW von Auszubildenden im Baubereich unter Leitung eines professionellen Restaurators konserviert und mit dem fehlenden Gewölbe ergänzt.

Die Aufstellung dieses Teilstücks im Universitätsklinikum wurde durch die Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege sowie durch Privatspenden finanziell gefördert und unter anderem in Kooperation zwischen der Universitätsklinikum Bonn und der Frontinus-Gesellschaft realisiert.

Im Festakt betonte Prof. Dr.-Ing. Hans Mehlhorn, Präsident der Frontinus-Gesellschaft, dass es für die Aufstellung dieses Teilstücks der Römischen Eifelwasserleitung keinen besseren Standort als vor dem Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit geben kann. Schon in der Antike war der enge Zusammenhang einer Versorgung mit gutem Trinkwasser mit der Gesundheit der Bevölkerung bekannt. So hat beispielsweise Sextus Julius Frontinus, der Namensgeber der Frontinus-Gesellschaft, als Chef der Wasserversorgung der antiken Stadt Rom sich mit Nachdruck für eine einwandfreie Wasserversorgung eingesetzt. Und kürzlich haben archäologische Befunde ergeben, dass Frontinus wohl auch für die Eifelwasserleitung in seiner Zeit in Niedergermanien verantwortlich zeichnete.

Der Direktor des Instituts, Prof. Dr. Martin Exner, hob in seinem Festvortrag „Die Bedeutung der Wasserhygiene für die öffentliche Gesundheit der Bevölkerung: Von den Römern bis zu aktuellen Pandemien“ die große Bedeutung von hygienisch einwandfreiem Trinkwasser für die Gesundheit der Menschen seit jeher hervor. Dabei steht das technische Denkmal auch für den Transfer der Kenntnisse, Erfahrungen und Überzeugungen der Altvorderen in unsere Zeit. Prof. Exner stellt in diesem Kontext den neuen Masterstudiengang zu den UN-Nachhaltigkeitszielen heraus. Eine sichere Wasserversorgung und nachhaltige Abwasserbehandlung für die kommenden Generationen ist dabei ein wichtiges Ziel. 

Prof. Dr. Klaus Grewe, der wie kein anderer die Römische Eifelwasserleitung kennt, erläuterte die technischen „Highlights“ dieser Leitung – ein Projekt, das in nur 5 Jahren Bauzeit zur Versorgung der römischen Zivilstadt in Köln fertig gestellt wurde. Diese Meisterleistung römischer Ingenieurskunst ist fast 100 km lang und somit die drittlängste Fernwasserleitung, die von den Römern jemals gebaut worden ist. Die Wasserleitung ist um 80/90 n.Chr. entstanden und führte täglich 20 Millionen Liter Wasser nach Köln. Den Römern standen somit pro Kopf etwa 1.200 l Wasser pro Tag zur Verfügung – ungefähr die achtfache Menge des heutigen Verbrauchs

Nähere Informationen zu dem Bau und dem genauen Verlauf finden Sie im  Römerkanal-Infozentrum in Rheinbach .

Prof. Grewe erläutert technische Details der Römischen Eifel-Waserleitung
Prof. Grewe erläutert technische Details der Römischen Eifel-Waserleitung (von links: Prof. Dr. Klaus Grewe, Prof. Dr. Martin Exner)

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