Frontinus-Gesellschaft e.V.

Antoninisches Nymphaeum, Sagalassos, Türkei

Vortrag von Prof. Dr. Klaus Grewe „Der Römerkanal – ein bedeutendes Kulturerbe in der Eifel“ am 11.10.2020 in Nettersheim

09.09.2020

Die römische Eifelwasserleitung nach Köln ist mit 95,4 km Länge die drittlängste Wasserleitung, die von den Römern erbaut worden ist, und damit eines der herausragenden Technikdenkmäler der Antike in Deutschland. Sie versorgte die römische Colonia Claudia Ara Agrippinensium täglich mit 20.000 m3 besten Trinkwassers aus der nördlichen Eifel. Fünf Quellen im Raum Nettersheim/Mechernich lieferten das Wasser für diese Leitung. Obwohl durchaus näher an der Stadt liegende Quellgebiete hätten genutzt werden können, nahmen die römischen Ingenieure es auf sich, Wasser aus einem in der Luftlinie rund 50 km entfernt liegenden Dargebot zu nutzen: Das Wasser der Nordeifel kam dem römischen Geschmackssinn wohl näher, als das Wasser aus Erft oder Swistbach.

Im Mittelalter wurde die Eifelwasserleitung als Steinbruch für den Kirchen- und Burgenbau genutzt. Selbst der unterirdische Kanal ist auf mehrere Kilometer ausgebrochen worden, um aus den Steinen die vielen Burgen, Kirchen und Klöster der Umgebung zu bauen.

Das besondere Interesse der mittelalterlichen Baumeister galt allerdings der Kalkablagerung im Kanalgerinne. In Ermangelung anderer Schmucksteine für die Bauten der romanischen Zeit, brach man diesen – Kalksinter genannten - Stein, um ihn als »Aquädukt-Marmor« zu Säulen, Altarplatten und Grababdeckungen zu verwenden.

Die Eifelwasserleitung kann als eine der am besten erforschten Fernwasserleitungen der Antike gelten. Im Vortrag werden die spannenden Ergebnisse der archäologischen Forschungen der letzten Jahre gezeigt.

Die Einladung zu diesem Vortrag finden Sie hier ..

Der Grüne Pütz (Foto: Tanja Dujmovic LVR/ABR)
Der Grüne Pütz (Foto: Tanja Dujmovic LVR/ABR)

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