Frontinus-Gesellschaft e.V.

Antoninisches Nymphaeum, Sagalassos, Türkei

Bernd Gockel, Gründungs- und Ehrenmitglied sowie langjähriges Vorstandsmitglied der Frontinus-Gesellschaft, verstorben

30.06.2019

Am 30. Juni 2019 ist im Alter von 90 Jahren Dipl.-Ing. Bernd Gockel in Hanau verstorben.

Fast 40 Jahre war Bernd Gockel in der DVGW-Hauptgeschäftsführung als Referent für die Fachbereiche „Wasserverteilung“, „Wasserbehälter“, und „Kreuzung von Wasserleitungen mit dem Gelände von Eisenbahnanlagen“ federführend zuständig. Die wichtigsten Ziele seiner Arbeit waren die Erhöhung der Zuverlässigkeit und Sicherheit der Anlagenteile sowie die Information bzw. Schulung der Kollegen in den Wasserwerken. Später kamen Arbeiten und Verhandlungen für die internationale Normung hinzu. Daneben war Bernd Gockel Autor von etwa 80 eigenen Veröffentlichungen und Vorträgen.

Bernd Gockel hat sich bereits sehr früh mit der Geschichte der Wasserversorgung befasst. Schon im Jahre 1963 beim ersten Wasserkongress in Berlin hatte Gockel sich um die Sammlung historischer Funde der Wasserversorgung verdient gemacht. In Zusammenarbeit mit Wasserwerken und der einschlägigen Industrie sammelte er zahlreiche historische Nachweise aus der Geschichte der Wasserversorgung, von denen nachfolgend nur einige beispielhaft erwähnt werden können:

  • Fädle-Plan, der 1575 das Rohrnetz der Stadt Ulm mittels Wollfäden dokumentiert;
  • eine römische Wasserhandpumpe aus Holz;
  • Rohrstücke von Holzleitungen und gewickelter Dachpappe;
  • Gussrohrteile aus dem frühen 19. Jahrhundert;
  • ein Flanschenhahn aus dem 17. Jahrhundert;
  • ein römischer Zweiwegehahn aus Rottweil;
  • römische und mittelalterliche Steinzeug-Wasserrohre;
  • Rohre aus durchbohrten Steinquadern aus dem 16. Jahrhundert zur Versorgung des Heidelberger Schlosses;
  • die ersten Wasserzähler, als Konstruktion von Werner von Siemens und
  • Kastenschieber aus Heidenheim, die nur in Deutschland hergestellt und verwendet worden sind.

Es ist das Verdienst von Bernd Gockel, dass Erfolg und Resonanz des ersten Berliner Wasserkongress im Jahre 1963 groß waren und in den Folgejahren den Anstoß gaben, sich von nun an für die historische Entwicklung der Trinkwasserversorgung und -entsorgung zu interessieren.

So verwundert es nicht, dass Bernd Gockel zu den neun „Gründungsvätern“ gehörte, die am 16. Oktober 1976 die Frontinus-Gesellschaft aus der Taufe gehoben haben. Von Anfang an gehörte Bernd Gockel zum Vorstand und schied erst gegen die Jahrtausendwende aus diesem Gremium aus. Viele Veröffentlichungen über die Geschichte der Wasserversorgung zeugen von dem außergewöhnlichen Engagement von Bernd Gockel in der Frontinus-Gesellschaft, so beispielsweise in den Heften der Frontinus-Schriftenreihe.

Bis zu seinem Tode nahm Bernd Gockel lebhaft am Geschehen in der Frontinus-Gesellschaft Anteil.

Für seine Verdienste um unseren Verein wurde Bernd Gockel im Jahre 2001 als Ehrenmitglied geehrt.

Wir sind Bernd Gockel dankbar für seinen Einsatz und seine Verdienste für die Frontinus-Gesellschaft und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

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