Online-Vortrag: Thomas Heide (GER) – Wie funktionierten die Thermen Pompejis? Zur Wasserwirtschaft und Technik der städtischen Bäder
Herzliche Einladung
zum Online-Vortrag (ZOOM) am 18.06.2026, 18.00 Uhr (MEZ)
(Vortrag in Deutsch)
Thomas Heide, M.A. (Mainz)
Thomas Heide studierte Altertumswissenschaften mit dem Schwerpunkt Klassische Archäologie an der Freien Universität Berlin und Oxford. Aus seiner langjährigen Beteiligung an dem internationalen Projekt „Pompeii: Bathing Culture and the Development of Urban Space“, welches seit 2015 in mehreren Ausgrabungskampagnen die Republikanischen und Stabianer Thermen erforscht, ging schließlich das Thema seiner Dissertation hervor. Neben dem Badewesen liegt das Forschungsinteresse von Thomas Heide in den Bereichen Architektur, digitalen Methoden und Technikgeschichte. Zurzeit ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter in einem auf 25 Jahre angelegten Vorhaben der Akademie für Wissenschaften und Literatur Mainz, welches sich mit der Dokumentation von dislozierten Baugliedern beschäftigt.
Thomas Heide über seinen Vortrag:
Wie funktionierten die Thermen Pompejis? Zur Wasserwirtschaft und Technik der städtischen Bäder
Die Wasserbewirtschaftung hatte für antike Thermen eine zentrale Bedeutung. Dennoch wurde dieses Themenfeld bislang nur unzureichend erforscht. Dies gilt insbesondere für die großen öffentlichen Badeanlagen Pompejis, welche sich aufgrund ihrer einzigartigen Erhaltung für eine tiefgreifende Untersuchung anbieten.
Der Vortrag verbindet archäologische, baugeschichtliche und wasserbauliche Ansätze methodisch miteinander. Als Fallbeispiele werden die Republikanischen Thermen, die Stabianer Thermen und die Forumsthermen behandelt, um die Entwicklungslinien bezüglich der Badepraxis, Baugestalt und Hydrotechnik nachzuzeichnen.
Trotz individueller Unterschiede weisen alle drei Anlagen ein vergleichbares Entwicklungsschema auf. In der Frühphase beschränkte sich die Wasserversorgung auf Brunnenanlagen mit begrenzter Förderleistung, die lediglich eine Grundausstattung der Warmbaderäume erlaubten. Einen entscheidenden Wandel brachte der Anschluss an die städtische Fernwasserleitung in augusteischer Zeit, der eine deutliche Steigerung der Wassermengen sowie Innovationen ermöglichte. Das Badeangebot wurde durch Kaltwasserbecken, neue Zuleitungsmechanismen und experimentelle Heizsysteme erheblich erweitert. Entgegen der bisherigen Forschungsmeinung zeigen die Befunde zudem, dass die Thermen nach dem Erdbeben von 62 n. Chr. rasch wiederhergestellt und teilweise erheblich ausgebaut wurden, etwa durch Freiluftbäder und öffentliche Latrinen, was auf eine weiterhin funktionierende Wasserversorgung hinweist.
Die Wasserbewirtschaftung spielte eine Schlüsselrolle für die Entwicklung der pompejanischen Badekultur und bestimmte maßgeblich die architektonische und funktionale Ausgestaltung öffentlicher Thermen. Damit bestätigt sich nicht nur die Formel „Ohne Wasser kein Bad“, sondern auch die grundlegende Bedeutung technischer Innovation für die Weiterentwicklung des Badewesens.
Die Zugangsdaten für das Online-Meeting (ZOOM) lauten wie folgt:
https://us02web.zoom.us/j/87933930044?pwd=dlk4REZ4S0NnL3k2RGN2TVdtZTd3Zz09
Meeting-ID: 879 3393 0044; Kenncode: 631844
Online-Vortrag: Thomas Heide (GER) – Wie funktionierten die Thermen Pompejis? Zur Wasserwirtschaft und Technik der städtischen Bäder
Herzliche Einladung
zum Online-Vortrag (ZOOM) am 18.06.2026, 18.00 Uhr (MEZ)
(Vortrag in Deutsch)
Thomas Heide, M.A. (Mainz)
Thomas Heide studierte Altertumswissenschaften mit dem Schwerpunkt Klassische Archäologie an der Freien Universität Berlin und Oxford. Aus seiner langjährigen Beteiligung an dem internationalen Projekt „Pompeii: Bathing Culture and the Development of Urban Space“, welches seit 2015 in mehreren Ausgrabungskampagnen die Republikanischen und Stabianer Thermen erforscht, ging schließlich das Thema seiner Dissertation hervor. Neben dem Badewesen liegt das Forschungsinteresse von Thomas Heide in den Bereichen Architektur, digitalen Methoden und Technikgeschichte. Zurzeit ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter in einem auf 25 Jahre angelegten Vorhaben der Akademie für Wissenschaften und Literatur Mainz, welches sich mit der Dokumentation von dislozierten Baugliedern beschäftigt.
Thomas Heide über seinen Vortrag:
Wie funktionierten die Thermen Pompejis? Zur Wasserwirtschaft und Technik der städtischen Bäder
Die Wasserbewirtschaftung hatte für antike Thermen eine zentrale Bedeutung. Dennoch wurde dieses Themenfeld bislang nur unzureichend erforscht. Dies gilt insbesondere für die großen öffentlichen Badeanlagen Pompejis, welche sich aufgrund ihrer einzigartigen Erhaltung für eine tiefgreifende Untersuchung anbieten.
Der Vortrag verbindet archäologische, baugeschichtliche und wasserbauliche Ansätze methodisch miteinander. Als Fallbeispiele werden die Republikanischen Thermen, die Stabianer Thermen und die Forumsthermen behandelt, um die Entwicklungslinien bezüglich der Badepraxis, Baugestalt und Hydrotechnik nachzuzeichnen.
Trotz individueller Unterschiede weisen alle drei Anlagen ein vergleichbares Entwicklungsschema auf. In der Frühphase beschränkte sich die Wasserversorgung auf Brunnenanlagen mit begrenzter Förderleistung, die lediglich eine Grundausstattung der Warmbaderäume erlaubten. Einen entscheidenden Wandel brachte der Anschluss an die städtische Fernwasserleitung in augusteischer Zeit, der eine deutliche Steigerung der Wassermengen sowie Innovationen ermöglichte. Das Badeangebot wurde durch Kaltwasserbecken, neue Zuleitungsmechanismen und experimentelle Heizsysteme erheblich erweitert. Entgegen der bisherigen Forschungsmeinung zeigen die Befunde zudem, dass die Thermen nach dem Erdbeben von 62 n. Chr. rasch wiederhergestellt und teilweise erheblich ausgebaut wurden, etwa durch Freiluftbäder und öffentliche Latrinen, was auf eine weiterhin funktionierende Wasserversorgung hinweist.
Die Wasserbewirtschaftung spielte eine Schlüsselrolle für die Entwicklung der pompejanischen Badekultur und bestimmte maßgeblich die architektonische und funktionale Ausgestaltung öffentlicher Thermen. Damit bestätigt sich nicht nur die Formel „Ohne Wasser kein Bad“, sondern auch die grundlegende Bedeutung technischer Innovation für die Weiterentwicklung des Badewesens.
Die Zugangsdaten für das Online-Meeting (ZOOM) lauten wie folgt:
https://us02web.zoom.us/j/87933930044?pwd=dlk4REZ4S0NnL3k2RGN2TVdtZTd3Zz09
Meeting-ID: 879 3393 0044; Kenncode: 631844
